Im Rahmen des Interreg-Projektes Forest EcoValue organisierte ifuplan am 30. Januar und 02. Februar 2026 zwei Online-Workshops. Primäres Ziel war, Impulse für innovative Wertschöpfungsketten im Wald zu setzen und im Austausch mit Forstpraktikern Potenziale, Herausforderungen und Handlungsempfehlungen für neue Geschäftsmodelle zu identifizieren. Die Veranstaltungen richteten sich hauptsächlich an forstliche Zusammenschlüsse und Forstämter sowie Waldbesitzende des bayerischen Alpenraums.

Im ersten Teil des Workshops gab es eine kurze Einführung in das Projekt Forest EcoValue sowie eine Präsentation ausgewählter Geschäftsmodelle, überwiegend aus dem deutschen Reallabor und den Partnerländern. Im anschließenden interaktiven Diskussionsteil beleuchteten die Teilnehmer in Kleingruppen die vorgestellten Geschäftsmodelle kritisch und tauschten sich intensiv aus. Ziel war, Chancen und Herausforderungen sowie darauf aufbauende Lösungsansätze zu erarbeiten. Diskutiert wurden insgesamt sieben Geschäftsideen: Die Rückwärts-Auktion (Österreich), der Bestattungswald (Deutschland), Integrierte Wertschöpfungsketten (Italien), eine Tourismusabgabe für Walderholung (Frankreich), staatliche Förderprogramme, Trinkwasserwälder sowie CO2-Zertifikate.

Während die Teilnehmenden des Workshops am 30. Januar ein besonderes Interesse an der Integration von CO₂-Zertifikaten zeigten, wurde im zweiten Workshop intensiv über die Möglichkeiten einer Tourismusabgabe sowie über die mit Förderprogrammen für die Waldbewirtschaftung verbundenen Herausforderungen diskutiert. Eine besondere Bereicherung war hierbei die Teilnahme einer Vertreterin von Waldruh. Als Betreiberin eines Bestattungswaldes konnte sie ihre Praxiserfahrungen und persönlichen Einblicke teilen und leistete damit einen wertvollen Beitrag zur Diskussion.

Die Diskussion brachte wichtige Erkenntnisse hervor, die sowohl in die Projektberichte einfließen als auch Impulse für forstpolitische Handlungsempfehlungen geben. Ein wiederkehrendes und zentrales Ergebnis der Diskussion war die Erkenntnis, dass für die Realisierung vieler Geschäftsmodelle die frühzeitige und aktive Einbindung von Kommunen unerlässlich ist. Die Workshops haben zudem deutlich gemacht, dass ein verstärktes Bewusstsein für alternative Geschäftsmodelle im Wald von großer Bedeutung ist. Eine Neuausrichtung der Waldbewirtschaftung, die nicht ausschließlich auf die Produktion von Holz gerichtet ist, sondern auch die Vielfalt der Ökosystemleistungen des Waldes berücksichtigt, birgt Potenzial. Sie ermöglicht die Schaffung zusätzlicher Einkommensquellen sowie die Erhaltung und Förderung dieser vielfältigen Ökosystemleistungen.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Projektseite.